Medienmitteilung

Solothurn – Genf, 27.06.2013 – SPIRITSUISSE, der Verband, dem die wichtigsten Produzenten von in- und ausländischen Spirituosen angehören und der 58% des Marktes vertritt, kritisiert die Entscheide der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N).  Diese fördern den Konsum von qualitativ minderwertigem Billigschnaps und bestrafen die Produzenten, die nur einheimische Früchte verwenden. An seiner Sitzung vom 25. Juni 2013 hat die WAK-N Stellungnahmen zum Alkoholgesetz verabschiedet, welche die unkontrollierten Eigenbrände begünstigen und Schweizer Qualitätsproduzenten wie Appenzeller oder Dettling schaden würden.

 

Die WAK-N beantragt die Einführung eines auf der Ausbeute beruhenden Steuersystems für die Schweizer Spirituosenproduktion, die für die Verwendung im Inland bestimmt ist. Gemäss diesem System stellt nicht das Endprodukt die Basis der Besteuerung dar, sondern der Ausgangs- bzw. der Rohstoff, auf dessen Grundlage die Alkoholausbeute geschätzt wird

  • Nach Ansicht von SPIRITSUISSE begünstigt dieses System Brennereien, die qualitativ minderwertige Produkte herstellen, indem sie aus einer gegebenen Fruchtmenge mehr Alkohol herausziehen. Dieses System fördert den Verkauf von Produkten minderer Qualität. Es schadet den Brennern, die nur einheimische Früchte verwenden, und benachteiligt genau diejenigen Schweizer Destillerien, die für ihre qualitativ hochstehende Produktion bekannt sind.

 

Ausserdem beantragt die Kommission, dass Spirituosen aus Eigengewächs, die von Landwirten «für ihren Eigengebrauch» (!) hergestellt werden, von der Steuer befreit werden.

  • SPIRITSUISSE ist der Meinung, dass dieser Antrag zu einer Zunahme von Hinterhof-Brennereien führen wird.  Durch Herausholen von möglichst viel Alkohol aus destillierten Früchten, können Produkte von minderer Qualität billig auf den Markt gelangen, weil diese nicht besteuert werden müssen. Auch hier ist die Ungleichbehandlung gegenüber den gewerbemässigen Brennern, die nur Schweizer Früchte verwenden, sehr schwer verständlich und nicht akzeptabel. Der Verband ist für eine einheitliche Besteuerung und nicht für eine Diskriminierung, welche vor allem die schweizerischen Qualitätsbrenner treffen wird.

 

Und schliesslich beantragt die WAK-N, den Steuersatz von CHF 29 auf CHF 32 pro Liter Reinalkohol zu erhöhen. Dies insbesondere, um die Einnahmenverluste wettzumachen, die durch die Vorteile zugunsten der Destillateure von qualitativ minderwertigen Produkten entstehen.

  • Nach Meinung von SPIRITSUISSE könnte dieser Antrag die Detailhändler dazu anspornen, Produkte der unteren Kategorie zu verkaufen, um die Preise tief zu halten. Da der jetzige Steueransatz schon einer der höchsten in Europa ist, wird eine Erhöhung dessen zu mehr Einkaufstourismus führen, weil Qualitätsspirituosen zu einem günstigeren Preis eingekauft werden können. Vermehrter Einkauf im benachbarten Ausland generiert vor allem einen wirtschaftlichen Schaden, bei welchem mehrheitlich das einheimische Gewerbe leiden wird.

 

Für ausführlichere Informationen:

André Parsic – Präsident von Spiritsuisse – +41 44 787 45 66

Peter Platzer – Geschäftsführer von Spiritsuisse – +41 32 622 50 50


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