Die Schweizerische Vereinigung der Markenspirituosen (SVM) ist erfreut über den, im Rahmen der gestern veröffentlichten Studie „Health Behaviour in School-aged Children“, beobachteten sinkenden Alkoholkonsum unter 11- 15-jährigen Schülern. Sie bedauert hingegen, dass die Ursachenanalyse unvollständig ist und dass die vorgeschlagenen Massnahmen das wahre Problem, nämlich den Missbrauch, nicht bekämpfen.

Die Gründe für den Rückgang

Die SFA verweist mit Zufriedenheit auf die am 1. Februar 2004 erfolgte Einführung der Sondersteuer auf Alcopops. Aus einer genaueren Studie der Angaben der Eidgenössischen Alkoholverwaltung wird jedoch ersichtlich, dass der Konsum von Alcopops bereits geraume Zeit vor der Einführung der Sondersteuer aufgrund des verschwindenden Mode-Effektes zurück ging:

  • 2002 = 38,9 Millionen 275 ml-Flaschen
  • 2003 = 25 Millionen
  • 2004 = 15,8 Millionen

Die wahren Ursachen angehen

Die Häufigkeit des punktuellen Rauschtrinkens, das Phänomen des «Samstag-AbendRausches», gibt Anlass zur Sorge und muss bekämpft werden. Die Vereinigung ist davon überzeugt, dass sich die von der SFA genannten Massnahmen – Preiserhöhung und Beschränkung der Zugänglichkeit – nicht zur Problemlösung eignen, da sie leicht umgangen werden können. Beispielsweise durch den Konsum von preisgünstigeren Produkten oder durch den Bezug in Abhängigkeit des Standortes und der Öffnungszeiten der Geschäfte (Spanien hat diese Erfahrungen bei der Einführung von Massnahmen zur Lösung des «Botellón-Problems» gemacht).

Die SVM befürwortet vielmehr eine strenge Anwendung der bereits bestehenden Gesetze, insbesondere in Bezug auf den Verkauf von Spirituosen an Minderjährige und lehnt die ununterbrochene Einführung von neuen Gesetzen oder Verboten von zweifelhafter Wirksamkeit ab (Verbote laden zu Übertretungen ein!). Unsere Vereinigung befasst sich seit dem Jahre 2000 mit diesem Problem und hat in Zusammenarbeit mit der „Fédération genevoise de prévention de l’alcoolisme“ Schulungsmaterial für Kassiererinnen und Kassierer von Kaufhäusern verfasst. Das Material umfasst ein Video, eine Kursdokumentation sowie Broschüren. Seither wurden 40’000 Broschüren und 1’500 Videokassetten an über 600 Standorte in der ganzen Schweiz verteilt. Eine neue Version des Schulungsmaterials ist in Vorbereitung.

Darüber hinaus muss auch das Umfeld der übermässig Alkohol konsumierenden Jugendlichen in Betracht gezogen werden. Zahlreiche Studien weisen auf die Rolle des Gruppenzwangs bei Alkoholmissbrauch hin. Auch die Eltern, deren Aufgabe es ist, ihren Kindern klare Grenzen zu setzen, spielen in diesem Zusammenhang eine grundlegende Rolle. Die Vereinigung ist der Ansicht, dass eine wirksame Prävention vor allem pädagogische Massnahmen umfassen sollte, die auf einem tiefgreifenden Verständnis der dem Missbrauch zugrunde liegenden Mechanismen beruhen. Massnahmen, die einzig und allein auf die Produkte, ihren Preis oder ihre Verfügbarkeit abzielen, eignen sich nicht zur Lösung von Verhaltensproblemen.


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